Clicky

Gedanken zu Albert Schweitzers Friedensethik | Kirchenkreis Egeln

Wir aktualisieren momentan unser Webseiten Design um die Erfahrung auf unserer Website zu verbessern.

Gedanken zu Albert Schweitzers Friedensethik

Russlands Krieg gegen die Ukraine macht mich ratlos. Die Hitze hier bei
uns auch. Ist das noch die Welt, in der ich mit 63 Jahren leben will?
Ja. Denn neulich war ich in Frankreich, im Elsass – da gibt es nicht nur
guten Wein und tolles Essen, auch lebenslustige Menschen leben dort.
Einige sprechen sogar noch deutsch. Gewohnt haben wir für unsere „Bibel
& Berg“-Erkundungs-Tour im ehemaligen Pfarrhaus der Eltern von Albert
Schweitzer (1875-1965). Einige seiner wichtigen Texte haben wir
gemeinsam gelesen und diskutiert. Er war nicht nur selbst ein großartiger
Theologe & Orgelspieler. Er war auch ein großer Denker & Humanist.
Fragen der Moral waren ihm wichtig: wie gehen wir mit den anderen
um, mit Menschen, aber auch mit Tieren? Quälen wir sie unnötig? Albert
Schweitzer erlernte als gestandener Mann den Arztberuf, um kranken
Menschen in Afrika zu helfen. Er errichtete mit Hilfe von Freunden das
Krankenhaus in Lambarene. Er hat in seinem Leben wirklich etwas
bewirkt, der Nobelpreis war eine von vielen Würdigungen seiner Taten.
Kern seiner Lehre ist sicher die Ehrfurcht vor dem Leben: „Ich bin
Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ Die Lehre
von der Ehrfurcht vor dem Leben führte Albert Schweitzer dann auch
konsequent zu seiner Friedensethik: sein NEIN zur Atombombe, sein
Engagement für den Frieden, nachzulesen auch in seiner Nobelpreisrede
(1954): „Das Problem des Friedens in der heutige Welt.“ Darin machte er
sich unter anderem stark für die Versöhnung unter den Völkern und wettert
gegen einen „Nationalismus übelster Art“. Konkret macht er sich stark für
die Wiedergutmachung unter den Völkern, die einander so viel Schmerz &
Leid zugefügt haben. Dabei erinnert er insbesondere an die vielen
Gefangenen und Deportierten, die noch 10 Jahre nach dem Krieg in der
Fremde weilen. Für sie macht er sich stark: ein konkreter Schritt zum
Frieden. Er BITTET die Völker, solche konkreten Schritte zur Versöhnung
& Wiedergutmachung zu gehen und die Gefangenen endlich frei zu geben.
Das erinnert mich an den Apostel Paulus & seine Worte: „So BITTEN wir
nun an Christi statt: lasst euch versöhnen mit Gott.“ (2. Korinther
5,20) Manchmal haben wir nur Worte, manchmal haben wir nur die
Macht und Autorität der Bitte. Das war schon bei Albert Schweitzer so.
Aber er hat eben auch selbst nach seinen Worten gelebt, das macht ihn für
viele so überzeugend. Ich wünsche Ihnen einen schönen und friedlichen
Sommer mit vielen guten Erfahrungen.

Ihr Pfarrer Peter Eichfeld,
Aschersleben und Staßfurt.