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„Wenn ich einmal reich wär“ | Kirchenkreis Egeln

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„Wenn ich einmal reich wär“

Was würden Sie denn tun, wenn es so wäre? In dem gesungenen Gassenhauer von Shmuel
Rodens, geht es um den Bau eines aufsehenerregenden Hauses, teure Kleidung, Genuss,
sich nicht schinden müssen, schöne Frauen … Reichtum eröffnet Menschen Möglichkeiten
gesehen und gehört zu werden. In der Bibel wird Armut und Reichtum auch thematisiert. Für
die kommende Woche gibt es folgende Geschichte.
Ein reicher, teuer gekleideter Mann führte ein genussvolles Leben. Vor seinem Haus lag ein
Armer, der hieß Lazarus. Gesundheitlich angeschlagen, war sein Körper mit Geschwüren
bedeckt. Den Hunger hätte er gerne mit dem Übriggebliebenen des Reichen gestillt.
Stattdessen kamen die Hunde, die seine Wunden leckten. Dann starb Lazarus und die Engel
brachten ihn zu Abraham, an dessen Seite er nun sitzen durfte. Als der Reiche starb litt er im
Totenreich Qualen. Deshalb rief er aus diesem zu Abraham und bat darum, dass Lazarus zu
ihm kommen möge, um ihm die Zunge zu kühlen. Dies war jedoch nicht möglich, denn die
Kluft war unüberwindbar. Auch der Wunsch, dass Lazarus seine Familie warnen könnte,
blieb unerfüllt. Abraham verwies auf die Propheten und die Weisungen, die die Menschen
hätten. Wenn sie diese nicht ernst nähmen, dann würde auch keiner, aus dem Totenreich
zurückkehrender, das ändern können.
Jesus selbst erzählt in der Geschichte über Reichtum und Armut. Jedoch geht es nicht um
eine Wertung des Reichtums, sondern um dessen Auswirkungen. Wer reich ist bekommt
Aufmerksamkeit, Einfluss und Macht. Entscheidend ist der Einsatz dieser Möglichkeiten. In
der Geschichte werden auf Propheten und bekannte Weisungen hingewiesen. Dazu gehört
z. B. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Hier liegt das Versagen des Reichen. Er nutzt
die Möglichkeiten seines Reichtums nur für sich. Die Not des Armen wird von ihm
übersehen. Er versagt im Dienst am Nächsten. Zurückschauend wird ihm das bewusst und
darum möchte er, die noch Lebenden, warnen. Jedoch ist das unnötig. Die Regeln für ein
gutes Zusammenleben waren und sind bis heute bekannt. Die Frage ist, ob wir sie umsetzen
möchten. Die Zeilen rütteln wach und lassen eigenes Handeln überdenken. Wenn ich
meinen Blick von mir selbst löse, habe ich einen freien Blick für Mitmenschen. Kann sie
wahrnehmen. Mein und ihr Herz öffnen. Reichtum ist vielfältig und nicht nur am Geld zu
messen. Er ist das, was ich habe und mit anderen teilen kann. Zeit, Geduld, Hilfe, materielle
Dinge... In den letzten Wochen haben das viele Menschen getan. Spenden wurden
gesammelt, Wohnraum geteilt, Zeit frei gemacht, um für Hilfesuchende da zu sein und ihnen
Trost zu spenden. Menschen wurden im Füreinander zum Nächsten. Möge dieser Prozess
untereinander, gerade in diesen Zeiten, andauern und weiter Früchte tragen. Eine gesegnete
Zeit.


Yvonne Hannen, Gemeindepädagogin