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Das Geheimnis Gottes | Kirchenkreis Egeln

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Das Geheimnis Gottes

Was für Fernsehsendungen lieben Sie in besonderem Maße? Musiksendungen? Sportübertragungen? Naturdokumentationen? Jeder hat da einen anderen Geschmack. Ich etwa sehe hier besonders gerne Filme, in denen Geheimnisse aufgedeckt werden: Krimis zum Beispiel, in denen Verbrechen aufgeklärt werden, die kaum jemand zu lösen vermag. Oder auch historische Dokumentationen, in denen versucht wird, Unbekanntes aus der Vergangenheit aufzudecken. Ebenso verfolge ich voll Interesse, wie Wissenschaftler die Rätsel ihrer Fachbereiche lösen.

Am morgigen Sonntag wird in den Gottesdiensten ein solches Mysterium betrachtet. Sicherlich ist dies ein ganz anderes Geheimnis als das in einem Fernsehthriller, aber bei weitem kein uninteressantes. Worum es hier geht, wird schon mit dem kirchlichen Namen dieses Sonntags angezeigt: Es ist der Dreieinigkeitssonntag, oder mit lateinischem Namen der Sonntag Trinitatis. Hierbei geht es darum, dass sich Menschen Gedanken gemacht haben, wie man sich Gott vorstellen kann. Sicherlich: Gott ist ganz anders als wir Menschen, und wir können viele seiner Eigenschaften bestenfalls erahnen. Bei allem menschlichen Unwissen hat uns Gott allerdings etwas an die Hand gegeben, das uns hilft, Konkretes über ihn zu erfahren: Dieses Hilfsmittel ist die Bibel. Und in der Bibel finden sich zwei Aussagen über Gott, die sich auf den ersten Blick nur schwer miteinander vereinbaren lassen, aber beim näheren Nachdenken durchaus sehr gut zueinander passen. Jeder Bibelleser weiß, dass Gott uns in dreifacher Gestalt entgegentritt. Zum einen lesen wir von Gott dem Vater, von dem Jesus viel zu erzählen weiß. Ebenso wird uns von Jesus erzählt, der uns als Gottes Sohn beschrieben wird. Und schließlich wird auch vom Heiligen Geist berichtet, der uns in vielen Dingen den Weg weist. Beten können wir zu einem jeden von ihnen. Gleichzeitig macht die Bibel aber immer wieder deutlich, dass es nicht drei Götter gibt, sondern nur einen. Diesem einen Gott begegnen wir aber auf unterschiedliche Weisen. Als die frühe Christenheit ihre Erfahrungen mit Gott und ihre Erkenntnisse aus der Lektüre der Bibel zum Ausdruck brachte, benutzte sie das Wort Dreieinigkeit. Wie genau aber dieses In- und Miteinander der Dreieinigkeit funktioniert, bleibt für uns Menschen letztendlich ein Geheimnis. Martin Luther betonte in diesem Zusammenhang, dass weder unsere menschliche Sprache noch unser menschlicher Verstand so reich ist, dass wir die Wahrheit der Dreieinigkeit Gottes in seiner Tiefe fassen oder ausdrücken können. Gott hat uns in diesem Zusammenhang Wichtiges wissen lassen, aber bei weitem nicht alles. Was wirklich wichtig ist, dieses Geheimnis ist allerdings längst gelüftet: Gott liebt uns und möchte uns eine wunderbare Welt auftun.

Pfr. Björn Teichert, Barby