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Die Schöpfung spricht | Kirchenkreis Egeln

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Die Schöpfung spricht

Liebe Leserinnen und Leser,

was tröstet uns in dieser trostlosen Zeit?

Ich möchte mit Ihnen über etwas sehr Naheliegendes nachdenken, was unser schweres Herz in dieser krisengeschüttelten Zeit wieder leicht werden lässt. Dieser Trost liegt buchstäblich vor unseren Füßen: In meinem Garten habe ich etliche Rosen gepflanzt. Jeden Tag freue ich mich, wenn die Farbe der sich langsam öffnenden Knospen etwas mehr sichtbar wird. Schon bald werden die ersten Rosenblüten aufgehen und ich werde mich auch an dem lieblichen Duft erfreuen. Wieso berühren uns diese Farbenpracht und diese wohltuenden Gerüche? Durch die Natur spricht Gott zu uns. Der Schöpfer dieser Pracht will uns dadurch auf sich hinweisen. Wir sollen erkennen, wie lebendig und kreativ dieser Gott ist. Es erscheint uns immer wieder wie ein Wunder, dass nach der nasskalten und dunklen Winterzeit der Frühling hereinbricht. Das ist ein Bild für unser Leben. Wenn wir uns kalt und trostlos fühlen, dann dürfen wir fest damit rechnen: Unsere innere Erstarrung löst sich und wir blühen innerlich auf.

Wie kann das konkret geschehen? Es braucht zunächst die bewusste Entscheidung, nach draußen zu gehen und die Fülle der Farbschattierungen und Gerüche in uns aufzunehmen. Wenn wir immer nur in unseren vier Wänden sitzen und auf unser Handy starren, dann wird dieser Trost an uns vorbei gehen. Je mehr wir uns aber auf die aufkeimende Schönheit etwa einer Blume konzentrieren, desto mehr berühren diese Farben und Formen unser Herz. Ich empfange die Freude, die mir mein Gott damit machen will. Hoffnung breitet sich aus, dass Neues in meinem Leben geschehen kann.

Wenn Gott uns durch seine Schöpfung anspricht, dann sehnt er sich nach unserer Antwort. Gebet ist das Gespräch mit Gott. Der berühmte Liederdichter Paul Gerhardt legt uns in einem Gedicht über die Freude an der Schöpfung eine konkreten Bitte an Gott in den Mund: „Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd ein guter Baum.“ Der Geist dieses kreativen Gottes soll mein Leben bestimmen. Die Kraft, der Wille Gottes, soll mein Tun und Lassen prägen. Ich werde zu einem gesunden und kräftigen Baum. Mein Leben wird widerstandsfähig. Die Gegenwart Gottes wird durch das Gebet in unserem Leben so stark, dass Angst und Sorgen vor der Zukunft weichen. Besonnen und hoffnungsvoll können wir dann das anpacken, was unserem Mitmenschen und der Schöpfung dient. Wir können andere Menschen ermutigen, auch den Trost der Schöpfung zu suchen und zu finden.

Ihr Pfarrer Volker Gebhard,
Schniewindhaus Schönebeck