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„Suche Frieden und eile ihm nach“ (Ps 34,15) | Kirchenkreis Egeln

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„Suche Frieden und eile ihm nach“ (Ps 34,15)

„Es ist wieder Krieg in Europa. Wir sehen das Leid der Menschen in der Ukraine als Folge der Kriegshandlungen und sind erschüttert. Das Recht auf Leben, Unversehrtheit, Schutz des Eigentums und Freiheit steht allen Menschen zu. In unsere Gebete schließen wir alle Schwestern und Brüder ein und bitten um Gottes Beistand, um gemeinsam Schritte auf dem Weg des Friedens zu gehen. Wir teilen die Sorge vieler Menschen vor einer Ausweitung des Krieges. Die Logik der Eskalation darf die gesellschaftliche Debatte nicht bestimmen… Wir rufen dazu auf, respektvolle Diskurse unterschiedlicher friedensethischer Positionen zu fördern. Uns eint der Wunsch nach Frieden. (aus dem Beschluss der Landessynode der Ev. Kirche in Mitteldeutschland (EKM) vom 30. April)

Was sagt denn „die Kirche“ zu diesem Krieg? Mancher der so fragt, wünscht sich vermeintlich klare, eindeutige Antworten: Frieden schaffen, ohne Waffen? Gewaltloser Widerstand wo immer es möglich ist, statt eines nicht enden wollenden Tötens auf beiden Seiten? Oder doch lieber: „Widerstehe dem Bösen mit ganzer Kraft“ und „Freiheit ist wichtiger als Frieden“?

Ganz abgesehen davon, dass nicht wir es sind, die zu entscheiden haben welchen Weg die Ukraine selbstbestimmt gehen will, gibt es keine einfachen Antworten.

Und so hat das Kirchenparlament der EKM eine Position eingenommen, die deutlich macht, dass auch „die Kirche“ den allein selig machenden Weg in diesem Konflikt nicht kennt. Welche Gefahr sie aber sieht, sagt sie sehr deutlich: Die Logik der Eskalation darf die gesellschaftliche Debatte nicht bestimmen. Dem kann ich mich nur aus vollem Herzen anschließen. Denn manche Forderung nach bedingungsloser oder schlimmer noch besinnungsloser Unterstützung der Kriegspartei Ukraine klingt sehr bedrohlich.

Darum schließe ich mich gern dem Aufruf „der Kirche“ an: Wir rufen dazu auf, respektvolle Diskurse unterschiedlicher friedensethischer Positionen zu fördern.

Das heißt ja nicht gar nichts zu tun, sondern dass zu tun, was man „nach bestem Wissen und Gewissen“ verantworten kann, um dem Frieden eine Chance zu geben. Und was können wir tun? Dazu die Bitte „der Kirche“ an die Gemeinden, oder besser an Sie ganz persönlich: Wir bitten unsere Gemeinden:

- nicht nachzulassen im Gebet für den Frieden,

- sich entschlossen einzusetzen für ALLE Menschen, die Opfer von Krieg und Gewalt sind, und ihnen Räume zu öffnen,

- Hilfe bei der Kinderbetreuung und Arbeitssuche zu leisten,

- die seelischen und körperlichen Bedürfnisse wahrzunehmen und ihnen zu entsprechen.

In diesem Sinne: Suche Frieden und eile ihm nach.

Ihr Pfarrer Ulf Rödiger, Pfarrbereich Elbe-Saale-Winkel