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Singen, wenn mir die Worte fehlen und ich trotzdem Danke sagen will.  | Kirchenkreis Egeln

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Singen, wenn mir die Worte fehlen und ich trotzdem Danke sagen will. 

Kein Gottesdienst ohne Gesang und Musik! Spätestens im Verlauf der Pandemie ist uns bewusst geworden, wie sehr das gemeinsame singen fehlte. So habe ich es auch selbst empfunden. Freilich, es gab in Schönebeck sehr schöne und Mut machende musische "coronakonforme" Beteiligungsformen. Diese zielten aber für einen langen Zeitraum vor allem auf das Hören von Musik ab. Sehr wenige haben für viele gesungen und instrumental musiziert. Ein mentaler Wandel „Man lässt singen“ zu „Wir singen gemeinsam“. Wie ging es Ihnen damit? Ist Ihnen das gemeinsame Singen inzwischen abgegangen? Vermissen Sie es noch?  Oft denke ich, dass es jetzt an der Zeit wäre, die Situation der gegenwärtigen Kirchenmusik und Beteiligung genauer zu analysieren und zu verstehen. Gleichsam scheint es mir auch wichtig, den Stellenwert des gesungenen Liedes und derer, die den (Gemeinde)Gesang anleiten zu stärken. Würde ich diesen Gedanken aufmerksamer nachgehen, folgten Fragen, die auch auf die gesamte Krise des Gottesdienstes und der Kirchenmusik hinweisen. Beispielsweise jetzt in der Passionszeit sind die traditionellen Lieder nur noch wenigen wirklich vertraut. Für andere interessierte weisen sie wenig Bezug zum hier und jetzt lebenden Menschen auf. Das Dilemma für die neueren Lieder: Sie entstehen in großer Zahl, können aber nicht mehr so selbstverständlich wir früher im Gottesdienst aufgenommen und gesungen werden. Von daher bin ich persönlich schon froh und glücklich, wenn sich unsere Stimmen und unsere Seele offen und angenehm überrascht von neueren Liedern berühren lassen. Dann ist schon viel gewonnen, und es lohnt sich dranzubleiben. Das beziehe ich natürlich auch auf die traditionellen Lieder. Wir brauchen beides, das vertraute und das Neue noch zu entdeckende Lied. Denn wenn gesungen wird, gibt es nichts mehr zu problematisieren. Wenn das Lied, das wir singen, beginnt, wird alle Wirrnis in der Seele verdrängt. Musik ist somit Seelsorge und bringt unser alltägliches Leben im Hören - Bedenken und Antworten mit herein.  Gemeinsames Singen macht einfach Spaß! Und jeder Gottesdienst, den Sie miterleben, ist auch ein Angebot, in das Lob Gottes mit einzustimmen. Und das Beste daran: Je mehr Menschen in die Kirche oder Chorproben kommen, um so mehr entstehen auch der volle Klang und die Atmosphäre  der Gemeinschaft, in der sich jeder aufgehoben fühlen kann. Es lohnt sich im gemeinsamen Singen dranzubleiben vor allem dann … wenn mir die Worte fehlen und ich trotzdem Danke sagen will. 
 
Ihr Kantor Carsten Miseler, Schönebeck