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Warum glauben? | Kirchenkreis Egeln
© Bild von Uki_71 auf Pixabay

Warum glauben?

„Warum glauben Sie eigentlich an Gott?“ – Einer meiner Schüler, ein junger Erwachsener, dreht sich beim Verlassen des Klassenraumes in der Tür noch einmal um und stellt mir diese persönliche Frage. Ich atme tief ein. Tja, warum glaube ich eigentlich? Ich besinne mich einen Moment. „Weil ich manche Dinge anders einfach nicht aushalten würde“, so beginnt meine Antwort. Zum Beispiel die Spannung zwischen der Kostbarkeit und der Vergänglichkeit des Daseins. - Mein Gegenüber zieht die Augenbrauen hoch. -

Auf der einen Seite empfinde ich mein Leben, die Welt um mich herum als sehr wertvoll. Das Lachen der Kinder, die aufblühende Pfingstrose, der täglich neue Himmel. Auf der anderen Seite erlebe ich, wie zerbrechlich das Glück ist. Eine Idee verfliegt, Menschen drangsalieren andere Menschen, Beziehungen scheitern. Das passt für mein Gefühl nicht zusammen.

„Aber wie hilft Ihnen da Gott?“ schiebt der junge Mann nach. Er ist für mich derjenige, der alles zusammenhält. Die Klammer um das Nichts und das Alles. Die Antwort auf die Frage WARUM es überhaupt etwas gibt. Jemand, der Freude und Traurigkeit teilt. Denn als Schöpfer des Universums vom Urknall bis heute ist er der Grund für die Schönheit dieser Welt. Und wenn es stimmt, dass Gott in Jesus war, dann hat Gott auch das Leid und den Tod erfahren. Niemand kann sagen, Gott wüsste nicht, wie es ist ein Nichts zu sein.

„Und das tröstet Sie?“ Ja, schon. Nicht immer, aber wenn ich länger darüber nachsinne.

Zumindest wird es auch nicht besser, und ich meine damit die Spannung zwischen Großartigkeit und Bedeutungslosigkeit meines Lebens auszuhalten, wenn ich nicht an Gott glaube. Zu Pfingsten erinnerte meine Pfarrerin im Gottesdienst daran, dass Jesus verspricht, Gott wird den Heiligen Geist als Tröster zu den Menschen senden. Diesen Beistand nehme ich gern für mich in Anspruch. Ich kann diesen Trost sogar fühlen, wenn ich möchte. Diese Zusage aus der Heiligen Schrift kann ich selbst erleben.

Unser Gespräch endet mit einem langsamen Nicken des jungen Mannes. Ist es ein Gruß oder Zustimmung?

Warum glauben Sie eigentlich an Gott? Warum nicht?