Clicky

Drei mal eins macht… eins | Kirchenkreis Egeln
© Ulf Rödiger

Drei mal eins macht… eins

Waren sie schon mal im Himmel? Ich meine nicht mit dem Flugzeug, auch nicht im Siebten, sondern im Himmel bei Gott. Ach so, geht ja nicht. Dazu müssten wir erst gestorben sein, oder? Oder aber in der Rosenburger Kirche. Hier können Sie sich im Altarraum unter die gewölbte Decke stellen, nach oben schauen und in den großen Thronsaal Gottes schauen. Und was bekommen Sie zu sehen? Nicht allzu viel, denn die Strahlen seiner Herrlichkeit überstrahlen alles. Zu sehen ist: Der Gesang der Engel: „Heilig, Heilig, Heilig ist der Herr, Zebaoth“ – was bedeutet, der Herr aller Herren – ein gleichseitiges Dreieck und ein Auge.

Nicht viel, aber genug zum Leben. Ich habe „ein Auge auf Dich geworfen“, sagen wir, wenn uns jemand sehr lieb ist. Und sofort ist klar, es geht nicht um Selbstverstümmelung, sondern um eine besondere Beziehung, die wir aufbauen möchten. Wir möchten wahrgenommen werden, als Jemand, der an der betroffenen Person großes Interesse hat.

Wenn Gott also sein Auge auf mich wirft. Dann komme ich nicht umhin irgendwie zu reagieren. Die Bandbreite reicht von: „Na und…“ bis „das finde ich aber schön…“ Wenn mein Interesse geweckt wird, dann will ich bald schon wissen, wem ich da ins Auge gefallen bin. Und genau wie bei Menschen, hat Gott auch mehr als eine Seite. Im Grunde sind es unendlich viele, aber mit drei Seiten, stellt er sich uns vor. Da ist die väterliche, oder besser elterliche Seite.

Gute Eltern, haben ja immer ein ganz besonderes Auge auf ihre Kinder. Sie sorgen sich, sie motivieren, sie warnen und sie helfen uns erwachsen zu werden. Das geschieht immer dann, wenn wir vor Gott mit unseren Sorgen, Ängsten und Hoffnungen erscheinen. Vater und Mutter wissen meistens einen guten Rat. Doch manchmal ist das mit den Eltern schwierig, dann ist es gut, noch einen Bruder, eine Schwester zu haben.

Darum hat Gott auch eine geschwisterliche Seite. Einer, der wie wir auch Mensch war, um in der gleichen Welt zu leben wie wir. Weshalb es nun auch Geschichten von ihm gibt, wie man als Mensch, selbst tiefste Abgründe überlebt.

Aber irgendwann ist man erwachsen und selbst die Geschwister sind weit weg. Wenn „leibhaftig“ gerade niemand da ist, ist es schön zu spüren, ich kann mich auf meinen Geist verlassen. Denn mein Geist ist inspiriert, was soviel heißt wie, beseelt. Er ist angefüllt mit Worten, Erfahrungen und Begebenheiten, die mir in meinem Leben, durch die dritte Seite Gottes geschenkt wurden. Als er mich lehrte, das Leben zu lieben. Drei Seiten ein Gott, Sonntag ist „Trinitatis“ – „Dreieinigkeit Gottes“.