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07. Dezember 2019 | Kirchenkreis Egeln
© David Son Luna

07. Dezember 2019

Lichtgestalten


Mein Mann und ich gestalten in der Adventszeit unseren ganz eigenen Adventskalender. Jeden Tag sind wir auf der Suche nach einem Foto aus dem fast vergangenen Jahr und einem dazu passenden Spruch, der ein kleiner Denkanstoß für den jeweiligen Tag sein kann. Das Ganze wird dann zusammen per Mail an Freunde und Bekannte geschickt, um mit ihnen wenigstens in dieser Zeit täglich verbunden zu sein. Bei diesem Suchen ist mir folgender Spruch in die Hände und in mein Herz gefallen:
„Öffne dein Herz und lass die Welt dein Licht sehen“.
Gerade jetzt im Advent geht es ja viel um das Licht. Kerzen und andere Lichter leuchten in den Wohnungen und in den Fenstern. Es ist eine dunkle Zeit mit kurzen Tagen und langen Nächten. Da braucht es Licht, das es uns auch im Dunklen ermöglicht, unseren Wegen und Aufgaben nachzugehen. In meinem Spruch geht es aber nicht um das Licht, was meinen Augen hilft, sich zu orientieren, sondern um eine andere Art von Licht. Es geht um ein Licht, was uns Menschen in unser Herz gelegt ist. Aber wie können wir dieses Licht sichtbar werden lassen? Vielleicht kann uns auch dabei der Advent helfen. Genauer gesagt die Lichtgestalten des Advents. Jene Menschen, die genau das gemacht haben, was der Spruch aussagt: die ihr Herz für die Anderen geöffnet haben. Da gibt es zum Beispiel den Heiligen Martin, der einem Bettler etwas von seinem wärmenden Mantel abgegeben hat. Oder schauen wir auf die Heilige Elisabeth, die von ihrem Reichtum abgegeben hat und den Armen und Kranken eine Hilfe wurde. Oder denken wir an den Heiligen Nikolaus, der nicht die Augen vor der Not seiner Mitmenschen geschlossen hat und ihnen heimlich durch kleine Gaben geholfen hat ihr Leben zu meistern.
Sicher könnte ich hier noch mehr dieser heiligen Lichtgestalten aufzählen. Menschen, die ihrem Herzen gefolgt sind und so die Welt ein Stück heller gemacht haben. Denen ihr Gegenüber nicht egal war und für dem sie so zu einem Licht geworden sind, das seine eigene Dunkelheit erstrahlen ließ.
„Öffne dein Herz und lass die Welt dein Licht sehen“.
Ist das nicht auch für uns und die noch kommenden Adventstage eine gute Übung? Mein eigenes Licht zu finden, das in meinem Herzen verborgen ist und dieses Licht zum leuchten zu bringen. Vielleicht, indem ich einmal bewusst auf die Menschen schaue, die mir auf der Straße entgegen kommen und ihnen im adventlichen Einkaufsstress ein Lächeln schenke. Oder indem ich – ohne dass mein Nachbar es mitbekommt - die Straße für ihn mit fege, weil ich weiß, dass es ihm es schwerfällt. Oder … - vielleicht fällt Ihnen ja selbst noch eine Möglichkeit ein, wie auch Sie zu einer Lichtgestalt werden können, die für ein paar Minuten die Welt ein klein wenig heller, freundlicher und wärmer werden lässt. Ich glaube, es kommt auf einen Versuch an. Lassen Sie uns Lichtgestalten sein. 

Verfasserin: Cornelia Pickel