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Integrationspreis 2019 für Nicole Gallinat | Kirchenkreis Egeln

Integrationspreis 2019 für Nicole Gallinat

Integrationspreis 2019 für Nicole Gallinat


# Neuigkeiten
Veröffentlicht am Freitag, 13. Dezember 2019, 17:53 Uhr
© LSA

Letzte Woche bekam ich in einer kleinen Nachricht den Hinweis, dass Nicole Gallinat einen Preis verliehen bekommen hat. Und ob es nicht schön wäre, darüber einen kleinen Artikel zu veröffentlichen. Auf jeden Fall, dachte ich und habe sie kurzerhand in Staßfurt besucht. Wir hatten ein sehr entspanntes Gespräch und sie hat mir einiges erzählt. Damit Sie als Leserinnen und Leser den besagten Preis einordnen können, hier erstmal ein Ausschnitt aus der Pressemitteilung des Landes Sachsen-Anhalt:

Magdeburg. Sechs Initiativen und Projekte erhalten einen der Integrationspreise 2019. Im Rahmen einer Festveranstaltung in der Leopoldina in Halle mit ca. 200 Gästen haben Sozialministerin Petra Grimm-Benne, Staatssekretärin Susi Möbbeck, Integrationsbeauftragte der Landesregierung, und Bundestagsabgeordneter Dr. Karamba Diaby heute die Preise übergeben. In diesem Jahr haben sich gut 70 Vereine, Unternehmen, Begegnungsorte und Einzelpersonen mit ihren Projekten und Aktionen um den Preis beworben. Eine elfköpfige Fachjury, die vom Landesintegrationsbeirat berufen wurde, hat die Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt.

Mit der Verleihung soll das Engagement für Integration, Teilhabe und interkulturellen Austausch in Sachsen-Anhalt gewürdigt und die vielen positiven Beispiele für ein gelingendes Zusammenleben sichtbar gemacht werden.

In ihrer Begrüßungsrede lobte Staatssekretärin Möbbeck, die auch Integrationsbeauftragte des Landes ist, das vielfältige Engagement als Grundlage für den demokratischen Zusammenhalt und für eine menschenwürdige Gesellschaft: „Ihnen allen, die sich in der Flüchtlingshilfe, in der Integrationsarbeit und für das interkulturelle Zusammenleben engagieren, wollen wir heute ganz herzlich Danke sagen. Ihr Engagement ist umso bedeutsamer angesichts der Zunahme von Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit. Menschenhass und Ausgrenzung brauchen unseren entschiedenen Widerstand!“

Zu den zahlreichen Preisträgerinnen und Preisträgern gehörten u.a. auch Gisela Werner (Oschersleben) und Nicole Gallinat (Wolmirsleben).

Gisela Werner hilft seit Jahren Geflüchteten, sei es bei Behördengängen oder der Suche nach einem KITA-Platz, "auf Augenhöhe und unkompliziert". Nicole Gallinat arbeitet als Koordinatorin des Netzwerkes „Stark für Ehrenamt und interkulturelles Miteinander". Sie begleitet u.a. die Soziallotsen des Salzlandkreises. Darüber hinaus unterstützt sie Engagierte auch weit nach Feierabend bei Begegnungsfesten oder individuellen Fragen.

Nun aber zurück zu meinem Gespräch mit Nicole. Sie erzählt mir zuerst einmal (mit lustigen Anekdoten ausgeschmückt) wie überrascht sie war. Eigentlich war sie nur als Begleitung zur Preisverleihung gefahren. Der Migrationskoordinator des Salzlandkreises hatte sie aber ohne ihr Wissen für diesen Preis vorgeschlagen. Etwas unangenehm war es ihr schon, da sie ja eigentlich hauptamtlich im Bereich Migration/Ehrenamtskoordination arbeitet. Aber sie wurde eben gerade für ihr soziales Engagement geehrt, dass nicht an den Grenzen ihrer Arbeitszeit und Stellenbeschreibung halt macht. 

"Ich nehme den Preis stellvertretend für alle an, die ihren Job genauso aufopferungsvoll und engagiert ausfüllen wie ich."

Ich wollte dann gerne noch mehr über ihre Arbeit und wie sie sie erlebt wissen. Nicole erzählt mir, dass es mittlerweile mehr Berufung als Beruf für sie ist und dass sie nichts anderes mehr machen möchte.

"Ich bin mit dem Thema Integration [und] Weltoffenheit völlig konform. Das ist einfach voll mein Ding. Und dafür noch einen Preis zu bekommen ist schon super. [...] Ich engagiere mich im Beruf für Dinge, die mir auf dem Herzen brennen. [...] An einem Tag im Wohnzimmer von Geflüchteten und am nächsten Tag im Ministerium. Und zum Ausgleich noch Workshops und Demokratieprojekte in Schulen."

Wir unterhalten uns noch eine ganze Weile. Über Themen wie Rassismus, Sexismus, Migration, Integration und vieles mehr. Und mir wird schnell klar, dass sie tatsächlich für ihren Job brennt. Zwei Dinge waren ihr im Laufe unseres Gespräches besonders wichtig. Zum einen "mahnt" sie davor, nun wo die Geflüchtetenkrise nicht mehr so akut erscheint, die Integrationsarbeit zurückzufahren. Gerade jetzt ist sie umso wichtiger. Und zum anderen soll unbedingt dieses Erwähnung finden:

"Ich bedanke mich beim Kirchenkreis, dass sie 2015 das Vertrauen in mich gesetzt haben, diesen Job auszufüllen."

Mein ganz persönliches Fazit: Wir können uns als Kirche und Kirchenkreis glücklich schätzen, eine so engagierte Kollegin zu haben, die sich mit den wichtigen Themen unserer Zeit auseinandersetzt und uns in der Öffentlichkeit so fantastisch repräsentiert.

Danke Nicole.

Verfasser: Pressestelle des Landes Sachsen-Anhalt und Felix-Tillmann Groth