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Suche Frieden und jage ihm nach. | Kirchenkreis Egeln

Suche Frieden und jage ihm nach.

Suche Frieden und jage ihm nach.


# Andacht
Veröffentlicht von Holger Holtz am Samstag, 29. Dezember 2018, 09:56 Uhr
© Holger Holtz

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

noch haben wir das vergehende Jahr nicht verlassen und schon wagen wir einen Blick in das kommende. Auch die Jahreslosung 2019 ist anders als die Tageslosungen nicht ausgelost, sondern wird von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen drei Jahre im Voraus bestimmt. Zur Arbeitsgemeinschaft gehören neben der Evangelischen Kirche in Deutschland, die katholischen Bistümer, verschiedene kirchliche Verbände und die Kirchen in Österreich und in der Schweiz. Frieden, das große Thema, dass uns seit dem Mauerfall, seitdem Deutschland nicht mehr als Kriegsschauplatz vorgesehen ist, nur noch mittelbar berührt. Zwar sind zur Zeit mehr als 3000 Bundeswehrangehörige im Einsatz, aber nur wenige davon mit einem sog. robusten Mandat also im unmittelbaren Kampfeinsatz unter NATO oder UNO Kommando, Krieg ist weit weg und nur mittelbar durch Flüchtlinge erfahrbar. Nun ist Krieg ja nicht der der alleinige Gegenbegriff zu Frieden, doch ich muss gestehen, dass mich 1981 oder 1983 bei den Großdemonstrationen gegen die Nachrüstung in Bonn, an denen ich als Bürger der alten Bundesrepublik, selbstverständlich teilgenommen habe, das Thema Frieden mehr eingenommen hat als heute. Damals hatte ich zumindest das Gefühl etwas gegen die gegenseitigen Drohungen unternehmen zu können. Heute verwischen die Grenzen so zwischen Gut und Böse, so dass, dass es mir schwer fällt eindeutig Stellung zu beziehen. Eins ist klar und deutlich geblieben, dass Gewalt gleich von wem sie ausgeht Einhalt zu gebieten ist – und wenn es sein muss mit Gegengewalt.

Frieden in der Welt – Weltfrieden das eine – Frieden mit den Menschen in unserer unmittelbaren Umgebung, Frieden im Herzen, das andere. Und da hört es auf mit dem Unvermögen nichts für den Frieden tun zu können. Und hier ist der Gegenbegriff nicht Krieg, sondern Unzufriedenheit. Kein Tag, an dem ich diese Unzufriedenheit nicht wahrnehme an meinen Mitmenschen und an mir selbst. Nicht selten führt die Unzufriedenheit zu Streit und dann ist der Frieden dahin, in der Familie, im Betrieb, der Frieden mit sich selbst. Dass die Gesundheit daran Schaden nimmt, spüren wir an Schlaflosigkeit, hohem Blutdruck oder auch an psychischen Erkrankungen aller Art.

Die Jahreslosung 2019 käme dem guten Brauch der Vorhaben für ein neues Jahr entgegen:

Frieden suchen, ihm nachjagen: nicht jedes „Angebot“ eines Streites annehmen, nicht jedem Impuls eines Wutausbruches folgen und den anderen sein lassen wie er ist, Zufriedenheit im eigenen Herzen zulassen.

Wir schließen jede Predigt mit einem Wort aus dem Philipperbrief: „Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne...“.

Ja, manchmal ist es auch wider die Vernunft Frieden zu halten, denn Vernunft ist ein von Menschen gesetztes Wort, manchmal gehört wahre Größe dazu Frieden zu halten, zu vergeben, Wege des Friedens zu gehen auch wenn Meinungen auseinandergehen.

Mut zu Schritten des Friedens – das wünsche ich Ihnen für 2019, damit Friede werde, Friede bleibe, in den Familien, in den Herzen, zwischen den Völkern

Ihr Pfarrer Raimund Müller-Busse, Langenweddingen