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Öffnet mir das Türchen | Kirchenkreis Egeln
Veröffentlicht von Holger Holtz am So., 2. Dez. 2018 13:56 Uhr

Türen werden wieder geöffnet. Jeder Tag wird ein Tag der offenen Tür: 24 Tage lang ein Türchen - jeder Tag mit einer anderen Überraschung, die auf uns wartet. In Erwartung auf das nächste Türchen können die Kinder den nächsten Morgen kaum erwarten. Sie wissen: das ist nicht wie beim Lose ziehen, denn hinter den Türchen gibt es keine Nieten. Aber das letzte Türchen, oft etwas größer als die anderen, verheißt auch keinen Hauptgewinn aber doch immerhin gegenüber allen anderen meist etwas ganz Besonderes. Der Adventskalender mit seinen 24 Türchen hat sich erst seit 1945 durchgesetzt. Es ist nicht irgendein Kalender, hat auch keine 365 Türchen, etwa für jeden Tag des Jahres, wie jeder normale Kalender. Es ist ja schließlich ein Adventskalender. Schon der Name hat seine besondere Bedeutung. Advent bedeutet "Ankunft". Dieser Begriff wird in der Christenheit mit der Ankunft Jesu in Verbindung gebracht - damit, dass Gott ganz einfach, ganz menschlich, ganz vertraut bei den Menschen ankommt. Darauf zielt auch die Weihnachtsbotschaft hin.

Aber - er ist noch nicht überall angekommen. Manchmal tue ich mich auch schwer, ihm die Tür zu öffnen. Ich habe keine Zeit oder nicht den Nerv, mich mit Gott zu beschäftigen. Andere Beschäftigungen bestimmen den Alltag gerade in der Adventszeit. Ob ich es schaffe, dass er bis zum 24. Dezember auch bei mir angekommen ist?

Hinweise auf seine Ankunft gibt es in zahlreichen Liedern, zu vielen Gelegenheiten wie dem Adventsmarkt, den die Kirchgemeinde am 15. Dezember auf dem Stephanikirchhof veranstaltet, in Advents-Konzerten, 24 Tage lang der "Lebendigen Adventskalender", wo Menschen sich kurz versammeln, um sich auf die Ankunft Gottes zu besinnen. Dies geschieht mit Liedern, Gedichten und gelesenen Texten, die sich auf die Erwartung der Menschen auf Gottes Ankunft beziehen. Innerhalb des Adventsmarktes am 15. Dezember gibt es wie vor einem Jahr die Aktion, zu der alle Menschen jeden Alters eingeladen sind, in einer großen Gruppe mit ihren Flöten vor einigen hundert Zuhörern das bekannte Lied "Kling, Glöckchen, klingelingeling" zu spielen, in dessen erster Strophe es heißt "öffnet mir die Türen" oder in der zweiten "macht mir auf das Stübchen" und schließlich in der letzten Strophe "öffnet mir die Herzen". Türen haben Schlüssel. Der Schlüssel zu einem wirklichen Advent liegt hier in der letzten Strophe: "Öffnet mir die Herzen". Wenn ich mir die Zeit und Ruhe nehmen kann, mich, mein Herz ganz Gott und auch ganz den Menschen in meiner Nähe zu öffnen, vielleicht habe ich dann die Chance, dass er bei mir ganz ankommt. Vielleicht ist seine Ankunft ja etwas ganz Menschliches. Das wäre ein Advent, wie ich ihn mir vorstelle.

Kategorien Andacht