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Wäre das denn feige? | Kirchenkreis Egeln

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Wäre das denn feige?

Doch, doch, als Kind konnte ich mich auch für Helden begeistern. Oder für Märtyrer, die für ihren
Glauben gestorben sind!
Aber sobald jetzt vom Krieg in der Ukraine und ständig von Helden und Heldenmut die Rede ist,
frage ich mich schon: Hängt denn hier keiner mehr am Leben?
Im aktuellen SPIEGEL Nr. 12/ 2022 schrieb Frank Tofern aus Hamburg in der Rubrik Briefe
unter anderem (mal was anderes):
Talkshows glühen vor Kampfbereitschaft. Wir folgen scheinbar begeistert dem
ukrainischen Präsidenten, Herrn Klitschko und weiteren Menschen, die vom
Heldentod für die Freiheit sprechen. Was mir fehlt, ist die Frage, ob es nicht auch
andere Möglichkeiten gibt, als ein ganzes Land in Schutt und Asche legen zu lassen.
Auch wenn ich es mir anders wünsche: Die Ukraine hat auf Dauer
keine Chance gegen eine skrupellose Militärmacht wie
Russland. Warum also keine militärische Kapitulation und den Weg in eine
kampfbereite Gesellschaft des zivilen Widerstands? Vorteil: Mehr Infrastruktur und
Leben blieben erhalten. Die Bedingungen dafür sind günstig, ein mutiges Volk,
weltweit durch wirtschaftliche Sanktionen unterstützt. Wie will Putin denn langfristig
dort regieren? Klar, mit Marionetten und Gewalt – doch genau das wird auch
passieren, wenn die Ukraine verloren hat. Dann allerdings fast ohne kampfbereite
Menschen.
Kurz, knapp, sehr nüchtern. Alles gesagt.
Und ja, … ich wünschte mir das auch anders!
Aber leider kann und wird es nur noch schlimmer werden – mit noch mehr Leid und
Verzweiflung, mit noch mehr Toten.
Von überall werden wir aufgefordert zu helfen, zu beten ... uns einzumischen.
Selbstverständlich! Helfen wir, wo wir können!
Beten wir um Frieden (vielleicht nicht nur in der Ukraine)!
Dann aber – in dieser Situation - auch das:
Legt - um Gottes Willen - die Waffen nieder!
Beendet das Sterben!
Menschen zu töten, wird auch euch verändern.
Lasst euch nicht noch mehr vom Hass vergiften!
Stimmt denn der Satz Jesu, den er wohl genau für so einen Fall gesagt hat, plötzlich nicht mehr?
Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt,
dann halt ihm auch die andre hin!
War nicht der Sinn dahinter: Unterbrecht die Spirale der Gewalt?!
Und das nicht, um „des lieben Friedens willen“ (und schon gar nicht für Putin),
sondern um der Menschen willen.
Dass sie sich nicht verlieren in Hass und Gewalt … und Tot.
Dass sie leben!
irritiert … Pfarrer Markus Lorek, Aschersleben